Arbeitsamt

Arbeitssuchend, arbeitslos, Arbeitslosengeld, oder doch keine Leistung beziehen? Persönlich melden am ersten Tag des neuen Lebens, geht das vielleicht schon früher?

Um es vorweg zu nehmen, alles total easy. Aber der Reihe nach. Nach Kündigung der Arbeitsstelle, habe ich zuerst direkt in meinem Arbeitsamt angerufen. Es hieß ich müsste am ersten Tag an dem ich dem Arbeitsmarkt theoretisch wieder zur Verfügung stehe persönlich vorstellig werden. Geschätzt bin ich da im Norden Griechenlands. Antwort: Ja, das geht aber nicht anders, es ist ein persönliches hallo sagen, auch ohne Termin – hoho – notwendig. Cool, wie soll ich das machen? Bin ja nicht hier sondern da?! Mit der Aussage hatte ich ein Problem. Aber o.k., es war der erste Anlauf, davon lass ich mir den Start nicht vermiesen, Termin ist Termin.

Im zweiten Anlauf habe ich mir die Online Präsenz der Agentur für Arbeit aufgerufen   https://www.arbeitsagentur.de/arbeitslos-melden/. Alles innerhalb der ersten Woche der Kündigung. Die Mühlen mahlen nicht immer schnell. Nach Registrierung, PIN per Post, Verifizierung und Werdegang angeben, wurde ich aufgefordert einen Beratungstermin zu wählen, digital im Videoformat. Da hat sich was getan auf dem Weg vom Arbeitsamt zur Agentur für Arbeit, habe ich mir gedacht – toll. 2 Wochen später war es dann soweit.

Ein nettes Gespräch, die Einleitung, Teil 1, begann mit dem Abgleich der Daten. Vor 35 Jahren war ich das letzte Mal beim „Amt“.

Teil 2 startete mit der Darstellung meines beruflichen Werdeganges, der aktuellen detaillierten Aufgabenbeschreibung und endete mit Angabe des aktuellen Verdienstes. Das hört sich doch alles super an, was führte denn zur Aufgabe des Arbeitsverhältnisses? Anmerkung: Als ich das alles so wiedergab, musste ich mir eingestehen, dass meine berufliche Karriere sehr positiv verlaufen ist. Stößchen 😊

Mit der Antwort kamen wir direkt in Teil 3 des Interviews an, der Begründung. „ Ich gönne mir eine Auszeit und mache eine Weltreise.“ Neugier beim Gegenüber und eine Phase tiefster Entspannung bei mir. Das war jetzt mein Thema. Ja, wie jetzt, das ist aber toll, für mich wäre das nichts, wir fahren immer nach Holland, war die Reaktion auf meine Begründung. Holland ist doch auch schön, aber ich möchte mehr sehen von der Welt, führte ich das Gespräch fort. Die Darstellung der Route und die dafür benötigte, geplante Zeit entlockte meinem Gesprächspartner ein hörbares Kopfschütteln. Es war super nett, ein aufrichtiges Interesse euphorisierte mich. Mit der Frage, wann es denn losgehen soll, waren wir aber wieder beim Thema. Ich nehme an, dann brauchen sie unsere Leistungen ja auch nicht?! Sie wissen bestimmt, wie sie die Zeit finanzieren wollen! Genau, war mein Antwort. Ab hier wusste ich, es wird kein Problem sein. Wenn es am 7. August los gehen soll, dann nehme ich sie ab dem 5. August aus meinem System, mit dem Vermerk „Abmeldung auf eigenen Wunsch“. Aber wenn sie zurück sind, melden sie sich umgehend bei uns arbeitssuchend. Also nicht direkt vom Flughafen hierher, aber kurz danach. Ab dann steh ich dem Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung. Dieser zeitliche Horizont lag jenseits meiner Vorstellungskraft. Er wünschte mir viel Glück, ich bedankte mich für das nette, lockere Interview.

Keiner sucht mir einen Job, zwingt mich was zu tun. Ich suche meine Beschäftigung selbst, werde schreiben, Erlebtes verarbeiten und mit anderen teilen. Dafür hab ich mir Reserven gebildet, um mir diesen Luxus gönnen zu können. Ich bin mir sicher es wird immer was zu tun geben 😊

Arbeit und Reisen zu verbinden, digitaler Nomade sein, ist die wahrscheinlich glücklichere Variante. Ein regelmäßiges, wenn auch bescheideneres Einkommen, sichert das verschieben des zeitlicheren Horizontes nach eigenem Gusto.