China

Vorbereitung

Die Organisation einer Transit Durchquerung Chinas ist denkbar einfach, wenn man die richtigen Kontakte hat. Zu diesem Zweck habe ich mich ausschließlich bei Facebook angemeldet. Hier gibt es eine Gruppe „China Transit for overlanders“. Das Portal um Gleichgesinnte zu finden, und wen wundert es, auch Agenturen nutzen dieses Portal. Bing von „Drive – China“ hab ich hier gefunden. Er machte ein Angebot mit Datum und einer Strecke,von Laos nach Kirgistan. Hat sich eine Gruppe gefunden, erfolgt der weitere Kontakt über WhatsApp. Bing hat alles organisiert. Routenplanung und wichtige Informationen für das Verhalten während der Tour wurde in der WhatsApp Gruppe gepostet. Auch bei der Beschaffung des Visums hat Bing mir geholfen. Wer mein letztes Thailand Video gesehen hat, erinnert sich bestimmt, dass ich das Visum in Chiang Mai bekommen habe und nicht in Deutschland. Der ganze China Transit wurde außerhalb Deutschlands organisiert. Dabei heißt es immer, ein China Visum muss im Heimatland beantragt werden, stimmt also nicht, zumindest ist es in Thailand möglich.

4 Wochen vor Transitstart, muss man sich verbindlich bei „Drive – China“ anmelden. Danach bekommt man eine Rechnung mit einer Anzahlung und einer Schlusssumme. Je mehr Fahrzeuge, desto geringer der Preis. 1429US$ bei 4 Autos und 2 Motorrädern. Beifahrer zahlen pauschal 1000$. Besteht in der Gruppe nicht die Möglichkeit den Guide im Auto mitzunehmen, fährt dieser in einem Mietwagen, und 3000$ werden auf die Teilnehmer zusätzlich umgelegt. Es folgt die Bestätigung und damit ist der Teil bis zum Start erledigt.

Dokumente die benötigt werden:

  • Scan vom Reisepass
  • Scan vom China Visum
  • Scan des nationalen Führerscheins
  • Scan des Fahrzeugscheins
  • Scan des TÜV Nachweis der letzten Untersuchung (Vehicle Technical Test Certificate) ganz wichtig!
  • Passbild des Fahrers vor weißem Hintergrund, möglichst ähnlich oder gleich dem Bild im Reisepaß (digital)
  • 4 Fotos des Fahrzeugs (alle Seiten – vorn, hinten, links, rechts; die Nummernschilder vorn und hinten sollten klar erkennbar sein) 
  • Fotos der Chassisnummer
  • Foto der Motornummer (siehe VLOG#002)
  • Angabe des Fahrzeuggewichtes (kann in D gemacht werden, ich habe es in Thailand bei einer Wiegeeinrichtung für LKW gemacht.)

Einreise China

Die Gruppe trifft sich einen Tag vor Grenzübertritt an der Grenze. Wir waren zusammen in einem Motel in Boten. Es muss ein geschlossener Grenzübertritt gewährleistet sein. Nach der Ausreise aus Laos empfängt uns Edward unser Guide vor der chinesischen Grenze.

Edward, geboren im Jahr des Hasen

Passkontrolle separat für Fahrer und Beifahrer, Fahrzeugkontrolle des Inneren sowie wiegen des Wagens waren Teile der Prozedur an dem wir, die Gruppenmitglieder aktiv beteiligt waren. Warum des Wiegen einmal im Vorfeld gemacht werden musste und beim Grenzübertritt nochmal wurde nicht hinterfragt. Bei der Fahrzeugkontrolle hatte ich schlimmes befürchtet, scannen des ganzen Wagens, auslesen von Festplatten, handy und Rechnern, etc. Tatsächlich wurde nur nach großen Messern gefragt. Dann alle Türen einmal öffnen und fertig war es. Edward war immer wieder verschwunden mit Listen in der Hand. Was im Hintergrund noch alles organisiert werden musste, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber es musste ja noch alles beantragt werden, damit wir am Tag 2 bei der Verkehrspolizei unsere chinesischen Nummernschilder und temporären Führerscheine in Empfang nehmen konnten. Alles in allem ein langer Tag, der aber organisiert schien und mit viel Wartezeit für die Teilnehmer verbunden war. Nach der Grenze gibt es Restaurants und eine Bank, in der man Bargeld wechseln kann.

Transittour

Geld haben wir immer an den ATM Automaten der Bank of China und der ICB Bank abgehoben. Kartenzahlung ist nicht möglich.

SIM Karten gibt es nur bei den großen Anbietern China mobil und China Telecom. Ein langwieriges Unterfangen, wenn 10 SIM Karten benötigt werden.

Einer nach dem Anderen mit Hilfe / Unterstützung des Guides. Pässe, Fingerabdrücke und 1000 Fragen, ca 0,5 Stunde pro Karte. Nach 14 Tagen wurde meine Karte plötzlich ungültig, weil ich innerhalb dieser Zeit nicht telefoniert habe, sondern nur die digitalen Kontingente in Anspruch genommen habe. Konsequenz, der ganze Kram nochmal, Geld für die erste Karte futsch (12€).

Tanken geht überall problemlos, außer in der Provinz Xinjiang. Hier sind die Tankstellen durch eine Schranke versperrt. Der Guide musste pro Fahrzeug seinen Ausweis vorzeigen, dann durften die Autos zum Tanken fahren. Die Motorräder durften nicht auf das Tankstellengelände, sie mussten vor der Tankstelle händisch über Kanister betankt werden. Eine logische Erklärung blieb verwehrt. Demzufolge sind bei 6 Fahrzeugen Tankstopps von 30 Minuten locker drin. Liter Diesel 95Cent.

Straßen sind unterteilt in Nationalstraßen und Highways / Expressways. In einigen Provinzen dürfen Motorräder auf die Highways in anderen nicht. Wo es nicht erlaubt war, musste die ganze Gruppe auf die Nationalstraßen. Die Highways waren meist in hervorragendem Zustand aber teuer, Zwischen 10 und 30€ haben wir pro Tag auf den Highways bezahlt. Motorräder waren auf wenige Ausnahmen von der Maut entlastet. Reservekanister dürfen nicht betankt werden, streng genommen dürfen diese in der Provinz Xinjiang auch nicht mitgeführt werden.

Das Fahren im Konvoi ist nicht zwingend, jedoch trifft sich die Gruppe vor Mautstellen und Polizei Checkpoints, diese gibt es mindesten 1x pro Tag. Eine Stunde pro Checkpoint kann locker gerechnet werden.

Mautstelle

Unterkünfte sind nur in zertifizierten Hotels zu finden. Der Guide, der neben mir saß, telefonierte tagtäglich die Hotels ab, um die Verfügbarkeit zu ermitteln und einen guten Preis auszuhandeln. Zwischen 12 und 40€ muss man pro Tag kalkulieren. Camping ist in einigen Provinzen du Orten möglich. Edward hat, wo es möglich war, am Morgen oder Abend zuvor immer eine Umfrage gemacht, wer ins Hotel möchte oder lieber campiert.

Die Etappen pro Tag liegen zwischen 280 und 570km. Je nach Straßenkategorie sind das Zeiten zwischen 6 und 12 Stunden. Das macht mürbe. Die Zeit die verbleibt, um sich Dinge anzuschauen ist dadurch natürlich beschränkt. 2 Ruhetage sind eingeplant, und auch bitter nötig, auch um Dinge am Wagen zu machen. Fällt ein Fahrzeug aufgrund eines Schadens aus, trägt der Pechvogel die Kosten für den zusätzlichen Tag des Guides (125€ pro Tag, glaube ich), sowie die Hotelkosten der Teilnehmer. 

Ausreise China

230km von Kashgar bis zur Grenze Irkeshtam in Kirgisitan. Mindestens 5 Paßkontrollen auf der Strecke. Edward, unser Guide bis Kashgar war nicht mehr dabei, da für die Grenzabwicklung ein Border Guide notwendig ist, das war Russel. Wahrscheinlich heißen beide nicht so in echt. Bei unserer Vertretung meiner vorletzten Anstellung war es so, dass sich die einheimischen Mitarbeiter westliche Namen gesucht haben, mit Spaß, damit die Kommunikation mit den deutschen Kräften vor Ort besser war. Wie dem auch sei. Russel fuhr im eigenen Wagen vorweg. Ca 60 Kilometer vor der Grenze Polizeikontrolle. Ca 40 Kilometer vor der Grenze Zollkontrolle. Taschen und Rucksäcke liefen durch einen Scanner, das Auto wurde oberflächlich inspiziert. Da hatte ich ganz andere Prozeduren erwartet. Weiter zur Grenze. Nächste Station erst Polizei, natürlich wieder ausführliche Paßkontrolle mit Ausreisestempel, dann wieder Zoll. Erneut nur ein sehr oberflächlicher Blick ins Auto. Noch 5 Minuten bis zur Grenze Kirgisistan. Letzte Paßkontrolle durch das Militär. Woher, wohin, Name, Geburtsort, Alter, Zweck der Reise, Paßnummer wurden in ein dickes Buch handschriftlich eingetragen. Finale Eskorte zum Grenztor, freundliches good buy, dann war das Kapitel Transit China abgeschlossen. Start in Kashgar 8 Uhr, Kirgistan erreicht 20:30Uhr (Beijing Zeit), nur unterbrochen durch eine Tank- und Essenspause. Ein langer Tag!

Sollte ich was vergessen haben, oder eine Frage ist anhand des Textes nicht beantwortet, kontaktiert mich gern per mail.