Thailand, das hört sich irgendwie noch weiter weg an als Malaysia. Dabei hab ich mich zeitlich Deutschland von 7 Stunden auf 6 Stunden früher genähert. Es liegt wahrscheinlich daran, dass Thailand der Inbegriff eines Asienurlaubs schlecht hin ist. Irre ich da? Ist das nur mein Empfinden? Sei es drum, jetzt bin ich hier, mit Henry! Die Grenze vor der mich eine große Unsicherheit heimsuchte, erwies sich als sehr angenehm und harmlos. Unsicherheit, weil die Einfuhr ausländischer Fahrzeuge, temporär oder permanent, seit 2017 deutlich verschärft wurde.

Ich habe von Fällen gehört, da wurde der Wagen an der Grenze Myanmar – Thailand auf einen LKW geladen und Huckepack nach Laos transportiert. In Malaysia hört man: „Alles nicht so schlimm, wenn dein zum Camper umgebauter Wagen in den Papieren auch als Camper / Wohnmobil ersichtlich ist. Man möchte nur verhindern, dass selbstgefrickelte Umbauten ohne Zulassung ins Land kommen“. Also keiner weiß genaues, außer die Leute bei Facebook, die ihren Wagen ohne Probleme über die Grenze bekommen haben. Alles ist möglich, alles kann passieren. Ich hatte Glück. Camper oder nicht, die Frage wurde nicht gestellt, das Auto nicht mal inspiziert. Also ab in ein neues Abenteuer. Was für ein Jubel was für ein Trubel. Erstmal direkt zur Küste. Verändert hat sich erstmal nur die Währung,
Ringit ersetzt Baht. Die Oberleitungen in den Ortschaften sehen echt chaotisch aus. Mopeds mit selbstgebauten Beiwagen sieht man als universelles Transportmittel überall.

Mit Kind, mit Hund, mit der ganzen Familie oder als Geschäftsgefährt mit Küche. Mein erstes Ziel der Nationalpark Ho Ma Phetra. Meine Hoffnung hier gut stehen zu können und Infrastruktur zu haben erfüllt sich. Eintritt 2,5€, Campen gratis. Direkt zum Wasser zeigt die Hecktür, direkt auf den Sonnenaufgang am nächsten Morgen. Um die Halbinsel hat man einen Steg gebaut, auf dem sich wunderbar flanieren lässt, was sich deutlich am abends gefüllten Parkplatz erkennen lässt. Hier wurden viele Fossilien gefunden, einige sind mit Harz im Boden des Stegs eingearbeitet worden. Wie schön.





Die Temperaturen sind heiß, bis zu 38°C tagsüber. Unten im Auto zu schlafen unmöglich. Ich muss immer das Dach aufstellen, um Luft zirkulieren zu lassen. Morgens vor Sonnenaufgang füllt sich der Platz wieder mit den Frühsportlern. Also wie in Malaysia. Ich drehe auch meine Runde. Der Süden Thailands scheint noch sehr muslimisch geprägt zu sein. Der Trubel lässt mich aufbrechen, obwohl im Cafe über dem Wasser mit viel Schatten, Wind und gutem Kaffee man den Tag gut mit Arbeit verbringen könnte.


Es ist ja immer was zu tun, zu texten, zu sichern, zu sondieren, zu planen, etc. Nationalparks scheinen sich gut als Übernachtungsplatz zu eignen. Auch der zweite Platz, Han Chua Mai, weiter im Norden bietet sich an. Auf dem riesigen Areal mit irrem Strand und einem bewaldeten Bereich zwischen Meer und Straße bin ich allein in der Nacht mit den Streunern. Nette Kerle, die für ein Stück Thunfisch die Nachtwache übernehmen.





Die Gezeiten sind hier deutlich. 300 bis 400m schätze ich, zieht sich das Wasser zurück. Ich nehme mir Zeit den Reifen zu reparieren. Viel zu lang schiebe ich das schon vor mir her. Am längsten dauert es den ganzen Kram vom Reifen zu nehmen, der im Rucksack daran befestigt ist. Jetzt fragt man sich natürlich, warum man das nicht schon viel früher getan hat. Manches ändert sich eben nie, ob unterwegs oder zu Hause. Wie das im Detail aussieht und was ich noch gemacht habe im Video 27 auf Youtube. Der Mensch liebt halt das Verdrängen. In der zweiten Nacht an einem Ort fühlt man sich immer deutlich entspannter, man hat sich eingelebt. Ein Vorgang der sich auf Reisen permanent wiederholt. Das Bauchgefühl hat hier Regie. Auf dem weitläufigen Gelände des Parks hatte man eine Ruhe, die bis Weilen schon nervte. Man sich beschäftigen können, braucht was um die Hände, muss was zu tun haben. Am Strand liegen und nichts tun halte ich maximal 30 Minuten aus. Aber zum Erfrischen hab ich bei Flut den kurzen Weg ins erfrischende Nass häufig gemacht. Dann wieder kurz in die Hängematte, und weiter Dinge getan. Zeit für Trubel, auf nach Krabi. Bei Touristen beliebt, aber ruhiger als Phuket lese ich im Web.








Nationalpark ohne Eintritt, Camping 87 Cent pro Nacht, das geht. Allerdings dicht an der Straße in den Park und den Strand. Park bedeutet hier auch, dass die Überfahrten zu den „Trauminseln“ vor der Küste von hier losgehen. Morgens die Busse hin, abends retour. Nachts kommen dann die Rowdies auf ihren überlauten Mopeds, ich könnte sie von ihren Nervkisten hauen, aber es sind zu viele. Trotzdem bleibe ich 2 Nächte. Besuche den Nachtmarkt mit allerhand Leckereien und Gedöns. Nutze die Zeit und mache mir Gedanken, wie es nach Thailand weitergeht. So richtig voran komme ich aber nicht. Südostasien ist schon eine blöde Sackgasse. In Krabil wird wieder gewaschen. Die Preise haben sich zu Malaysia auch nicht geändert. Dann weiter zum Tiger Cave Tempel, ein Highlight in der Gegend. Apropos Highlights.









Der Aufstieg zur heißen Mittagszeit mit 38°C ist eine Herausforderung. 1260 Stufen überbrücken 300 Höhenmeter auf gerademal 600m Länge. das gilt es zu meistern. Gelohnt hat sich aber allemal. Eine irre Aussicht. Thailand scheint voll von Highlights zu sein. Ständig kommt man an den blauen Schildern vorbei, die auf ein Höhle hier verweisen, einen Strand da, einen Aussichtspunkt dahinten, die heißen Quellen, die Tempel, die Nationalparks, etc. Wie soll ich denn hier zu recht finden bitte schön. Ständig habe ich das Gefühl nur durch zu rauschen, der Hammer. Mich zieht es in die Berge, in den Wald. In der Overlander-App finde ich einen vielgerühmten Stellplatz. Und für wahr, ich werde nicht enttäuscht. Die Anfahrt endlich mal wieder Offroad. Dann die Auffahrt zum Campingplatz extrem steil. Kann man in Videos oder Bildern nicht annähernd darstellen. Erinnerungen an den Oman werden wach, wo ich mit durch drehenden Rädern auf staubiger Oberfläche nach unten gerutscht bin. Untersetzung rein und hoch, kein Problem, in 2 Tagen wieder bergab, das wird interessanter. 4€ für einen Stellplatz mit einer unglaubliche Aussicht auf einem Platz mit vielen Cashew Nuss Bäumen, die der Besitzer mit seiner Frau alles selbst gepflanzt hat.









Unglaublich, 100% prozentige Empfehlung für Allradler mit nicht zu großen Fahrzeugen, aufgrund vieler überhängender Bäume. Der tolle Platz wird abgerundet durch das Restaurant mit vielen Gerichten Morgens, Mittags und Abends. Zwischendrin natürlich die frischen Säfte oder die ganzen Früchte. Ich habe gerade meine Ananasphase 😊.

Den Abschnitt hier findet ihr natürlich auch wieder in Bewegtbildformat bei Youtube.

