BLOG 15: Sri Lanka – ist das jetzt Urlaub?

Plötzlich der Mobilität beraubt, was für eine Umstellung, da muss ich mich erst dran gewöhnen. Ich dreh nicht den Zündschlüssel um, lege den Gang ein und folge den Anweisungen von Trudel Google. Nein auf einmal ist die Spontanität raus. Einfach in den Tag fahren, das Ziel ergibt sich. Sooft hab ich das in Arabien erlebt. 

Jetzt brauch ich wieder ein festes Ziel für den Tag, an dem ich eine Unterkunft buchen muss. Auch der Weg dorthin muss wohl überlegt sein. Bus, Bahn, Tuk Tuk oder Taxi. Die Planung ist viel intensiver geworden. Und diese Umstellung des Reisens trifft auf meine angeschlagene Gesundheit. Keine gute Kombi. Ja, nach über 150 Tagen bester Gesundheit Kopfschmerzen und Fieber. Macht der Körper schlapp? Zu viele Eindrücke? Fordere ich mich zu sehr? Klar ist, das intensive Reisen hat Nebenwirkungen. Eine Woche an einem Ort, neu sortieren, keine Fotos, Videos und Planungen. Konzentrieren auf Schlaf und gutes Essen. Wäre das die Lösung? 2 Tage Fieber, ich zwinge mich zur Ruhe, bin innerlich aber getrieben den Ort zu erkunden. Minimale Ruhe, wird schon wieder gehen morgen. Dann sitze ich früh morgens im Zug, auf zum nächsten Ort. 2 Wochen sind schnell rum. Vielleicht ist aber auch nur die verdammte Klimaanlage, die immer viel zu kalt eingestellt ist, und mich in die Knie gezwungen hat. Mit Henry wär das nicht passiert. Ein paar Tage ohne Auto, was er mir fehlt. Das zeigt mir aber auch, der Defender ist zu meiner Art des Reisens geworden. Aber zurück zur Reise. Colombo, die Hauptstadt Sri Lankas.

Keine Perle, nicht unbedingt schön, aber berühmt für Juwelen und Edelsteine aller Art.

2 Tage sind absolut ausreichend. Eine Herberge hab ich über einem indischen Restaurant gefunden. Die Würze, Schärfe und Vielfalt, dazu frisch gepresste Säfte tuen gut und helfen ein wenig über die Schlappheit. Ich kann aber nicht im Bett bleiben, morgen muss ich hier weg, ins Zentralland. Dazu muss ich aber im zugigen Tuk Tuk 8 km zum Bahnhof und eine Karte kaufen. Das muss ich eben aushalten. Völlig erledigt aufs Zimmer und abgelegt. Dann am nächsten 4:30Uhr raus, Tuk Tuk kommt etwas später. Ab zum Bahnhof. Die Zugfahrt in die Berge, der Sonnenaufgang in Fahrrichtung rechts, was für eine Fahrt. Man könnte bequem während der Fahrt rein und raus, so langsam fährt er zeitweise. Es gibt 3 Klassen. Die 3. Klasse ist die einfachste und proppevoll. Die Leute hängen an den offenen Türen.

Ich bin in der zweiten Klasse. Für die 8 stündige Fahrt bezahle ich 4€. Der Hammer, was man dafür bekommt. Die erste Klasse hat etwas bessere Sitze, in meinen Augen nicht notwendig das doppelte zu bezahlen.

Im Laufe der Fahrt komme ich mit einer Gruppe einheimischer Fahrgäste ins Gespräch. Mein Alter und älter. Sie sind höchst interessiert. Eigentlich erzähle ich ungern davon was ich gerade mache. Meist liegt dieser „Luxus“ außerhalb der Vorstellungskraft. Aber ich werde in die „Ecke gedrängt“ und gebe preis, dass ich auf mein Auto warte, um damit weiterzufahren. „Und in welches Land geht es danach, und danach?“ Und dann kommt die Aussage der Frau, die im Zugvideo vor mir aus dem Fenster schaut. „Wir sind so arm, und du fährst um die Welt“. Dann beginnen alle herzhaft zu lachen. Das hat gesessen, sie hat so unglaublich recht. Welchen Unterschied es macht, wo man geboren wurde, welche Möglichkeiten sich daraus ausgeben können. Ich schweige. Sie passen auf, dass ich richtig aussteige und wir verabschieden uns herzlich. Ich vergesse ein Foto zu machen – wie schade, was für eine Erinnerung. Am Bahnsteig dann die nächste Begegnung, die für die gesamte Dauer des Aufenthaltes in Nuwara Eliya bestehen bleibt. Leo organisiert Touren zu den Teefeldern und den weiteren interessanten Orten in der Umgebung.

Leo

Sehr kompetent und fair im Preis. Läuft! Das Cottage in dem ich einchecke ist leider etwas vernachlässigt.

Wird scheinbar allein von 2 älteren Damen geführt. Was könnte man daraus machen, eine Perle hoch über der Stadt.

Hier wächst einfach alles. Alles was wir kennen, Kohl, Kartoffeln, Karotten, Lauch, Zwiebeln, etc, aber auch alles für uns Exotische, besonders Tee. Ein Paradies. Alles kann ich mir nicht anschauen, bin noch zu schlappi. Sri Lanka ohne Elefanten gesehen zu haben, das geht nicht. Die nächste Station ist also eine Safari, knapp 150km weiter südlich. Fahre mit Leos Team. Durch die Berge, Kehre um Kehre. Kein Stück Straße ist länger als 100m geradeaus. Wasserfälle, Schluchten, Plantagen, man könnte überall halten. Die Safari am nächsten Tag beginnt um 14Uhr und endet mit Sonnenuntergang gegen 18Uhr.

Jede Unterkunft scheint eigene Fahrer und Marinda Geländewagen zu haben. Ich bin in meiner Unterkunft der einzige Gast. Die Zeiten sind noch immer schwer. Wir sehen gefühlt alles außer Tiger, aber die soll es hier auch geben. Mein Fahrer hat einen unglaublichen Blick. „Siehst du dahinten das Krokodil mit offenem Maul? „

Mit dem Tele sehe ich dann einen Kopf mit offenem Maul hinter Gras. Ich staune nicht schlecht, was für ein trainiertes Auge. Riesige Kolonien fliegender Hunde. Das muss ein Ereignis sein, wenn die Abends alle zusammen losfliegen.

Was mich überrascht, das man in Sri Lanka auch Finnwale sehen kann. Die hab ich in Kanada und Norwegen gesehen, aber doch nicht hier in der Wärme. Doch, hier gibt es Wale, 2 Stunden Fahrt vor der Südküste. Wir sehen Wale, Delphine und eine Riesenschildkröte. Aber der Seegang ist heftig und Möglichkeit Fotos zu machen sehr eingeschränkt.

Auch die Südküste zwischen Tangalle und Galle ist einzigartig. Aufgrund der starken Wellen kann hier überall gesurft werden. Dementsprechend ist die Anzahl ausländischer Touristen sehr hoch. Galle, der letzte Ort auf Sri Lanka hat dann noch dieses Fort aus Zeiten der Holländer. The Dutch Hospital, Dutch Hotel und vieles mehr. Teils sehr schön restauriert, teils total zerfallen.

Aber meine Unterkunft innerhalb des Forts genieße ich 2 Tage lang. Ein entspannter Ort. Am letzten Abend vor Abreise besuch ich noch eine Folklore Veranstaltung.

Das Traditionelle ist schwer zu durchschauen. Meistens geht es um Götter die irgendwas gemacht haben, was durch Tanzeinlagen ausgedrückt wird. Strange, aber irgendwie schön als Abschluss. Nach einem Gingerbeer gehe ich zufrieden in die Unterkunft. Freue mich schon auf das leckere Frühstück. Dann ist der Sri Lanka Trip zu Ende. Mit dem Bus in die Stadt, umsteigen in kleineren Bus und umsteigen in ein Tuk Tuk, dann bin ich am Flughafen und warte auf meinen Flug nach Kuala Lumpur.

Video wieder auf YouTube 😊     

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