Ich betrete den arabischen Kulturkreis. Der Grenzübertritt war einfach. Ich fahre in Aqaba ein, was für ein Name – Aqaba! Darin steckt Ferne, 1001 Nacht, Gewürze, etc. Mein erster Stopp ist mal wieder der SIM Kartenshop, schnell gefunden, abgeschlossen, eingesetzt und schwupp, bin wieder im Geschäft. Dann finde ich diesen herrlich kleinen und gemütlichen Coffee shop. Es duftet nach frisch geröstetem Kaffee. Eine Karte an der Wand zeigt mir die Anbaugebiete der Welt. Hier bin ich richtig. Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein. Eine schöne Tasse Arabica – geht es mir gut!

Der Kühlschrank wird gefüllt, endlich wieder humane Preise. Ich tanke, 1,25€ der Liter, die Hälfte des israelischen Literpreises. Voll bitte, randvoll! Soll reichen bis Saudi Arabien. Ich kann es kaum erwarten, erster Gang, ab nach Wadi Rum. Nach etwas mehr als zwei Stunde steh ich am Visitors gate. 25JD (ca 33€), und ab geht es. Auf den Spuren von Lawrence von Arabien. Die Sonne senkt sich über dem Horizont. Einige Berge sind bereits im Schatten, andere leuchten knallig orange.

Es geht mitten durchs Wadi, auf eine große Felsformation zu, die noch Sonne hat.

Das Camp ist ausgemacht. Es geht noch einen sandigen Hügel hoch, dann haben wir es geschafft.

Die Nacht ist warm, die Felsen und der Sand strahlen noch die Wärme des Tages ab. Die letzten Fahrzeuge fahren zu und von den verstreuten Camps. Dann wird es still. Der Vollmond zaubert ein Licht, dass man gar nicht genug bekommen kann. Fantastisch. Für den Sonnenaufgang stelle ich mir den Wecker, auf keinen Fall will ich das verpassen.

Die Übergangzeit, wenn die kühle der Nacht ganz langsam der Hitze des Tages weicht, alles in einem extrem warmen Licht erwacht, ist atemberaubend schön. Alles ist immer noch totenstill. Der Kaffee dampft in der Tasse, so viel Zeit war. Das wird immer im Gedächtnis bleiben. Der zweite Tag in Jordanien kann kommen.
Nach zwei Tagen Wadi Rum geht es in den Norden. Platte Hochebene. Ich will in den Dana Nationalpark. Direkt am Stellplatz bricht das Plateau auf und ich stehe mit der Hecktür direkt an der Schlucht. „Welcome to Jordan“ ist die Antwort jeder Bitte an den Platzwirt. Die Arbeit machen ausnahmslos Jeminiten, männlich. Sie machen die Wäsche, die Hütten sauber, servieren beim Essen. Tee gibt es pausenlos, sobald man sich dem zentralen Bereich des Platzes nähert. Inklusive sind Frühstücks- und Abendbüffet. Abwechslungsreich, würzig und sehr lecker. Die Dana Gegend ist ein Wanderparadies, schroffe Felsformationen, ausgetrocknete Flußläufe und karge Ebenen. Auch ein wunderbarer Ort der Hitze zu entfliehen. Hier auf 1200m Höhe hab ich mir abends schon mal die Standheizung angemacht.




Dann natürlich die Bauwerke der Nabatäer, Petra und little Petra, 20 km auseinander in herrlicher Gegend. Die alten Karawanenstützpunkte. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie die Karawanen durch diese bizarren Landschaften gezogen sind, um begehrte Güter von Nord nach Süd und umgekehrt zu transportieren. Was für ein brüllen der Dromedare muss das gewesen sein, der Geruch der Tiere und der Gewürze. Was muss man in den Karawansereien alles zu erzählen und zu berichten gehabt haben?! Eines der sieben Weltwunder – Petra. Lohnenswert allemal, man wird es nicht vergessen. Die beste Zeit ist 9 Uhr. Das Licht in der Schatzkammer kommt gegen 10Uhr. Mein frühes Aufstehen und der Drang vor allen da zu sein war überflüssig.








Der Ganze Trubel hat teils Basar Charakter, aber auch irgendwie schön. Mich zieht es weiter, immerweiter, nach Saudi Arabien. Jordanien aber bleibt in Erinnerung. Die Geschichte der Nabatäer werde ich mir noch anlesen, schöner wäre es bestimmt mit mehr Hintergrund gewesen. Oder geht dann Reiz des Unbekannten verloren, der Reiz des Entdeckens? Was meint ihr?
Das Video gibt es wieder hier, bei Youtube.

