Die Schönheit eines Ortes offenbart sich erst in der Ruhe und Stille. Lärm und Hektik verschließen diesen Blick. In den frühen Morgenstunden, wenn die Sonne das Ende der Nacht beschließt, kann ich den Spirit, den mir der Stellplatz bietet, in voller Macht erkennen. Frischer, duftender Kaffee hilft mir dabei, als Booster 😊.
Das hab ich tatsächlich so erlebt am Spot in der Nähe von Marmaris, und oberhalb der Schluchten vor Alanya.

Kein Mensch weit und breit, oder wach, die Sonne geht langsam auf und die Geräusche der Nacht verstummen. Übrig bleibt das Knarren der Holzplanken der Schiffe und das Klatschen des Wassers. Die Kühle der Nacht weicht, es wird langsam wärmer und der Kaffee dampft aus der Tasse. Mein Morgen, an der Grenze zwischen Nacht und Tag.
Danach beginnt die Routine. Route und Ziele für den Tag festlegen, Schlafplatz zusammenräumen, Henry fertig machen, den letzten Schluck Kaffee einschenken, einmal ums Auto gehen und dann wird losgeschüsselt.
Ja, wieder Türkei, weiter entlang der Küste. Nicht drüber nachdenken, dass es von Zypern nicht weiter ging. Neue Eindrücke bringt die Straße. Unbedingt wollte ich Antalya besuchen. Aber schon in Alanya hab ich gemerkt, auf Stadt hab ich überhaupt keinen Bock, wie lustig. Also Alanya durch, vor Antalya rechts ab in die Berge.

Coole Gegend, hier ist alles aufs Klettern ausgerichtet. Die Luft frisch und klar, Schatten spenden die vielen Kiefern. Kurz entschlossen hab ich hier die Roomtour aufgenommen. Wie lange habe ich hierfür nach einem passenden Ort gesucht!
In Fethiye komme ich das erste Mal im Dunkeln an mein Ziel. Sonst bin ich entschlossen spätestens 16Uhr einen Stellplatz zu haben, damit wir uns aneinander gewöhnen können. Im Dunkeln zu fahren birgt ja auch noch weitere Gefahren. Die Fahrweise der Türken ist tagsüber schon nicht immer zu durchschauen. Ich muss auf alles und jeden achten und mit allem rechnen.
In Fethiye beginnt die vor Ort Recherche nach eine Fährverbindung nach Rhodos. Alles negativ, nur Personenverkehr, aber von Marmaris fährt eine Autofähre wird mir als Strohhalm gesteckt. Von Bodrum nach Kos soll auch was fahren, dann wäre ich zumindest in Griechenland. Ich bleibe 2 Nächte, schön isses hier in der Bucht mit all den Schiffen und der Werft.

In Marmaris, nicht ganz so idyllisch, verlaufen meine Anfragen in den Ticketbüros samt negativ. Nur die These Bodrum – Kos verdichtet sich. Über den Berg raus aus der Stadt finde ich den tollen Stellplatz in einer Bucht. Ich bleibe wieder 2 Tage.
Auf nach Bodrum. 3 Stunden Fahrt. Die letzte Chance, sonst geht es weiter 1000 Kilometer bis Thessaloniki, und viele Kilometer und Orte die ich schon gesehen habe. Angekommen und direkt zum Hafen. Hier befinden sich meist die Ticketbüros. Jackpot, gefunden und für den kommenden Tag gebucht. Für eine Stunde Fahrt 172€ ist nicht von Pappe. Zu Frieden mit dem Tag suche ich mir an einem Strand, 15km außerhalb der Stadt, einen Stellplatz und belohne mich mit einem kühlen Efes. Man gönnt sich ja sonst nichts.
Abfahrt 9 Uhr, Checkin mit Henry 8Uhr. Seit langem stelle ich mir einen Wecker, 7:30Uhr bin ich vor Ort, eine Schlange steht bereits am Ticketschalter. Gut gemacht! Ich habe zwar gebucht und bezahlt, aber das Ticket bekomme ich erst jetzt. Der Zollbeamte steckt im Stau, ist erst spät da. Von Fähre zu sprechen ist übertrieben, es gehen nur 2 Autos drauf. Ein klassisches Wohnmobil wird schwierig, aufgrund der Höhe. Andere, größere Fähren hab ich nicht gesehen. Damit ist Trilogie Türkei abgeschlossen, ganz plötzlich. Die Erkenntnis? Tolles Land, spektakuläre Landschaften und überaus freundliche Menschen. Wäre nur nicht alles so vermüllt und vernachlässigt. Schon während meiner beruflichen Projekte in der Türkei habe ich festgestellt, es wird gebaut und dann muss es für ewig halten. Wartung und Werterhaltung wird vernachlässigt. Als Zaungast nehme ich zur Kenntnis, ändern kann ich es nicht. Ich bin auf See. 1 Stunde bis Kos. Das Fährenproblem bleibt. Video wieder bei Youtube, wie gehabt 🙂




