BLOG 7: Zypern – „Entdeckt und überrascht“

Wäre ich nicht nach Zypern gekommen, hätte ich nie gewusst, wie gern die Menschen hier die Abendstunden nutzen und über die beleuchtete Brücke neben dem Fischrestaurant flanieren, an der ich meinen letzten Tag auf der Insel verbringe.

Zypern war voller Überraschungen, ich kam so unvorbereitet hierher, dass es gar nicht anders sein konnte. Der Norden, 38% der Fläche durch die Türkei annektiert, seit 1974 als es zum Krieg zwischen der Türkei und Griechenland kam. Ein Protektorat der Türkei ohne internationale Anerkennung, ein illegaler Staat sagen die Griechen. Aber so viel Staat, dass es einen Einreise- und Ausreisestempel gibt, dass es eine eigene Fahne gibt,

und eine Grenze die Insel durchzieht. Aber auch so viel illegaler Staat, dass ich die Fähre, die den Henry in 12 Stunden nach Israel gebracht hätte, nicht nehmen konnte, weil ich über diesen Staat eingereist bin. Verrückt, ich kann beliebig, die Seiten wechseln, Minutensache in Nikosia, der letzten geteilten Hauptstadt der Welt. Griechisch Zypern – Türkische Republik Nord Zypern (TRNC), hin und her, wie es mir beliebt. Griechisch Zypern, ist auch so eine Sache. Mir sagte jemand, sie sind Zyprioten keine Griechen. Noch so eine Sache zum Verstehen, oder auch nicht. Aber zurück, ausreisen aus Zypern kann ich also nur über den illegalen Staat, den es ja eigentlich nicht gibt. Zurück in die Türkei, anders kann ich die Reise nicht fortführen. Zurück bis nach Thessaloniki, wenn ich die Fähre nach Haifa nutzen möchte. Ich hoffe sehr noch eine andere Lösung zu finden. Frag doch das Internet meint ihr? Ja, ja, aber da steht nicht, dass ich bei Einreise über die TRNC nicht wieder rauskomme. Und dass ich bis Thessaloniki muss, und nicht in Rhodos den Henry abgeben kann, steht auch nirgends. Die Aussage des Ticketverkäufers der Samaris Reederei muss ich wiederlegen, oder bestätigen.

Apropos Samaris, auch so eine unglaubliche Überraschung der Zypern Tour. Die antike Stadt, die ihre Wurzeln im 11 Jahrhundert vor Christus hat, hat mich voll geflasht. Scheinbar unvergängliche Marmorsäulen, römische Bäder mit den typischen Fußbodenheizungen, Ein Amphietheater, der Hammer, und immer wieder Reste der antiken Bodenfließen über vor über 2000 Jahren schon die Römer gegangen sind.

Mann, Mann, dieses Zypern, 340 Sonnentage im Jahr, Insel der Aphrodite, Berge mit Pinienwäldern, glasklares Wasser an den Küsten, trocken, staubig, heiß und eine verrückte Politik zweier Länder die in der Nato Seite an Seite stehen. Aber für mich als Reisenden genau richtig. Überraschen lassen, beeindrucken lassen, Dinge nicht bis zum letzten Detail planen. 12 Tage, 870 Kilometer und so viel nicht gesehen. Das schönste Dorf der Insel, Ombros, glatt vorbeigefahren. Die vielen Klöster in den Bergen, nur eins gesehen. Wein und Musikfeste im September, hauptsächlich in den größeren Städten, die ich ausgeklammert habe. Ich muss also nochmal hin? Nein, genauso ist es richtig. Nochmal wäre nicht mehr so schön.    

Hat es sich also gelohnt? Auf jeden Fall. Gerade weil es so kurzentschlossen und unvorbereitet war, auch wenn das Grenzprozedere echt nervte und ich nicht nach Israel konnte. Das wäre der Hammer gewesen. Dafür gibt es jetzt einen Teil 3 Türkei und einen Teil 2 Griechenland. Video? Wie gehabt auf meinem Youtube Kanal.

Wenn es Euch gefallen hat, laßt gern ein Like da 🙂

Hinterlasse einen Kommentar